Designe deinen eigenen Schmuck

Ebenenchaos und gebrochene Herzen – ein Ausflug in die dritte Dimension Mitten im August, gefühlte 30° im Computercafé des MZ Szenenwechsel. Neun erwartungsvolle Blicke starren angespannt auf die Leinwand. Schritt für Schritt folgen die Mädchen den Anweisungen von 3-D Designerin Marlene. „So jetzt nur noch die Fläche einmal an der Y-Achse spiegeln und dann mit dem Befehl extrude das Ganze die Z-Achse hochziehen! Vorher alles markieren nicht vergessen.“ Klicken, Tastengeklapper, Flüche und Jubelschreie. Aus der gespannten Stille wird geschäftiges Treiben während sich Nado, Filiz, Estera, Olimpia, Roxana, Bianca, Rabia und die zwei Andreas an den Computern ausprobieren: „Mein Herz ist schräg!“, „Ich krieg mein Herz nicht hoch!“, „Filiz Herz ist am schönsten“. „Mein Herz ist gebrochen…“ Alle lachen und Estera hat die Lösung schon gefunden. Eine BFF-Kette* aus zwei zueinander passenden Herzhälften. Seit zwei Tagen designen die Grundschülerinnen schon Schmuck in Form von Kettenanhängern. Sie lernen blender, eine professionelle 3-D-Software für die Erstellung von 3-D-Objekten, Animationsfilmen und das simulieren physikalischer Modelle. Kleinere Unfälle wie falsch gejointe Objekte die sich in seperate Layer verirrt haben schockieren hier niemanden mehr. „Jedes Objekt setzt sich aus verschiedenen geometrischen Formen zusammen, wie zum Beispiel diese Flasche“. Marlene hält Nados Eistee hoch und alle rufen durcheinander: „So eine Rolle!“, „Zylinder du Lauch“, „-auch ne Kugel oben, ne ein Halbkreis, nein halbe Kugel mein ich“. „Halbkugel?“ Nacheinander werden Lampen, Stühle und Kaffeekanne in ihre Grundkörper zerlegt. Auch wenn noch nicht alle Fachbegriffe sitzen der analytische Blick ist geschärft und innerhalb von 20 Sekunden hat Filiz die 2-D Katze an der Tafel in acht Dreiecke zerlegt. Bei Bianca hakt es noch etwas, sie ist mit zehn Jahren die Jüngste und immer wieder verschiebt sie aus Versehen ihr Ebenenzentrum. Zeit für eine Pause, zum Glück ist Fußballtrainerin Annika dabei. In drei Minuten sind alle auf dem Bolzplatz. Eine Stunde „Mädchen gegen Jungs“ und alle haben neue Energie getankt. Es ist nur noch eine Stunde bis das Mädchenzentrum schließt. Alle beeilen sich schnell noch ihre Projekte abzuschließen, denn morgen sollen die Sachen in den 3-D-Druck gehen. „Können wir morgen bisschen früher kommen? Ich will noch ein Kleeblatt mit meinem Namen machen.“   diamantVom 13. 8 – 14.8.2016 fand in Neukölln im Mädchenzentrum Szenenwechsel der erste 3-D-Designworkshop für Mädchen in Berlin statt. Der Workshop vermittelte die Verwendung der 3D Software Blender und anschließend wurden die Schmuckstück mit einem 3D Drucker ausgedruckt und bemalt. Neun Mädchen haben in drei Tagen 32 Objekte designt, 14 Objekte gedruckt und 12 Tore geschossen! *Best Friends Forever-Kette