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Das Mädchenzentrum Szenenwechsel ist eine Einrichtung des Bezirksamtes Neukölln von Berlin und besteht seit Oktober 1992. Es ist offen für Mädchen und junge Frauen verschiedener Kulturkreise von 13 bis 24 Jahren.

Zur Entstehung der Einrichtung

Das Mädchenzentrum Szenenwechsel ist aus der Mädchenetage einer Neuköllner Jugendeinrichtung hervorgegangen. Die Pädagoginnen der Mädchenetage sahen die Notwendigkeit, eine eigene Einrichtung im Zentrum von Neukölln zu installieren, in der sich Mädchen und junge Frauen ungestört von männlichen Jugendlichen treffen und ihre Freizeit verbringen können. Nach längeren Verhandlungen konnte das Gebäude, in dem sich nun das Mädchenzentrum befindet, für das Vorhaben genutzt werden.

Das so entstandene Zentrum für Mädchen und junge Frauen hatte zunächst Modellcharakter und sollte lediglich für einen begrenzten Zeitraum bestehen. Nach Anlaufschwierigkeiten fand das Haus enormen Zuspruch bei den Jugendlichen Besucherinnen und konnte sich durch das Engagement der Pädagoginnen schließlich zu einem langfristigen und erfolgreichen Projekt entwickeln. Das Mädchenzentrum Szenenwechsel ist aus dem Stadtteil nicht mehr wegzudenken.

Die Besucherinnenstruktur des Mädchenzentrums ist geprägt von einer Vielfalt unterschiedlicher Kulturen, sozialer Schichten, Lebensweisen  und Nationalitäten. Alle Alterstufen von neun Jahren bis Anfang zwanzig sind nahezu gleichmäßig vertreten.

Die Mehrheit der Mädchen bzw. deren Familien ist nicht-deutscher Herkunft.
Herkunftsländer sind v.a. die Türkei, arabische Länder und die Staaten des ehemaligen Jugoslawiens. Manche Mädchen, bspw. aus dem Libanon oder dem Kosovo, besitzen einen ungesicherten Aufenthaltsstatus; einige von ihnen oder ihre Familienmitglieder sind von Abschiebung bedroht.

Der Einzugsbereich des Mädchenzentrums erstreckt sich vor allem über die Altstadt von Neukölln, d.h. viele Besucherinnen stammen aus dem direkten Umfeld des „Szenenwechsels“. Aber auch aus anderen Teilen Neuköllns und den angrenzenden Bezirken kommen Mädchen zu uns.

Die sozialen Probleme des Stadtteils Neukölln sind in den Familien der Besucherinnen häufig wiederzufinden. Ein nicht unerheblicher Teil der Eltern ist arbeitslos, etliche Familien sind von Armut betroffen, die Wohnverhältnisse sind vor allem für Mädchen nicht-deutscher Herkunft sehr beengt.

Wettbewerbe, Netzspiele

In den letzten Jahren bot die Teilnahme an mehreren Wettbewerben für viele Mädchen die Chance, gestalterisch und innovativ zu arbeiten. Hierzu gehören das Verfassen von Texten, Inszenierung und Ausstattung kleiner Stücke, sowie die Gestaltung von Photo- und Bildcollagen und Webseiten.
Die Preise, welche die Mädchen hierbei gewannen, waren zugleich Feedback und Erfolgserlebnis dieser Kreativität. Sie steigern Selbstbewusstsein und Selbstwert und machen Mut, solche Wege – auch neue und noch nicht ausgetretene – weiter zu gehen.

Integration von blinden und sehbehinderten Mädchen

Gerade Mädchen, die mit den besonderen Bedingungen einer Sehbehinderung/Erblindung zurecht kommen müssen, bietet das Szenenwechsel die Möglichkeit, den Raum zu vergrößern, in dem sie handeln und sich bewegen können. Der Kontakt zu Gleichaltrigen und die völlig unkomplizierte Teilnahme am tagtäglichen Geschehen im Cafe baut soziale Isolation ab, und vergrößert Kompetenz und damit schulisch-berufliche Chancen. Die besondere technische Ausstattung ermöglicht die gleichberechtigte Nutzung des Cafes.

Projekte

Erfreulich ist, dass einige Mädchen, die kontinuierliches Interesse bei der Projektarbeit gezeigt haben, ihre Berufsperspektiven deutlich verbessern konnten. So konnte sich eine Hauptschülerin vor kurzem aufgrund ihrer guten Grafik-Qualifikation einen der begehrten Ausbildungsplätze als Mediengestalterin sichern.
Die Ergebnisse unserer Projekte sind allesamt im Internet unter www.neukoelln-jugend.de/szenenwechsel zu sehen.

Hervorzuheben ist die Bedeutung von fachkompetenten Mädchen und Pädagoginnen als positives Rollenvorbild. Durch die Präsenz von Mädchen, die andere im Umgang mit dem Computer unterstützen und vorleben, dass der Erwerb von Technikkompetenz für Mädchen möglich ist und Spaß macht, können Vorurteile ganz praktisch aus dem Weg geräumt und andere Mädchen für den Bereich motiviert werden. Selbst wenn das Wissen der Multiplikatorinnen nicht „perfekt“ ist, tragen ein verständnisvoller und ermutigender Umgang sowie eine gemeinsame Lernerfahrung zu einer erfolgreichen Aneignung von Medien- und Technikkompetenzen bei.

Integration

Mädchen aus verschiedenen Kulturkreisen sind mit Hilfe der Aktivitäten des „Szenenwechsels“ und des Multimediaangebotes zusammengerückt. Ermöglicht wurde hiermit mehr Kommunikation untereinander und die Erkenntnis, dass wir – trotz aller Unterschiede – einander doch sehr ähnlich sind!