Medienkompetenzzentrum

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Der Szenenwechsel ist das Medienkompetenzzentrum für den Bezirk Neukölln. Es ist somit zentrale Einrichtung und wichtigster Ansprechpartner für die regionalen Jugend-Infopoints und Jugendeinrichtungen mit medienpädagogischem Angebot.

Ziel- und besondere Schwerpunktsetzung/en der Arbeit als MeKo

Im Bezirk Neukölln wird schon seit einigen Jahren intensiv medienpädagogisch gearbeitet, so auch im Szenenwechsel.
Daher stand die Vermittlung und Weitergabe unserer Erfahrungen und unseres Know Hows an die Neueinsteiger, insbesondere der freien Träger, im Vordergrund. Dabei haben wir uns schwerpunktmäßig auf die Förderung von Mädchen im Bereich der neuen Medien konzentriert.

Als weitere Schwerpunkte unseres MeKo’s lassen sich folgende Bereiche benennen

  • Koordination und Vernetzung der medienpädagogischen Angebote im Bezirk. Die Organisation und Durchführung gemeinsamer Aktivitäten unterschiedlicher Dauer hat den Kontakt und die Zusammenarbeit verstärkt.
  • Kooperation von Jugendhilfe und Schule. Planung und Durchführung von gemeinsamen Projekten.
  • Kontinuierliche Fortführung des berlinweiten Projektes Compass / Computerführerschein.
  • Mädchenförderung mittels Projektarbeitarbeit in der eigenen Einrichtung und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnereinrichtungen

Ziele und Hintergründe der medienpädagogischen Arbeit

Kinder und Jugendliche wachsen heute in eine globale Informationsgesellschaft hinein und erleben diese als Bestandteil ihres alltäglichen Lebens. Neue Formen der Kommunikation ermöglichen eine schnelle Beschaffung von Informationen und bieten die Chance von weltweiter Vernetzung und Interaktion. Gleichzeitig werden Kinder und Jugendliche als wichtige Zielgruppe für Medien, als zuverlässige Konsumentinnen und aktive Werbenutzerinnen entdeckt. Die außerschulische Jugendarbeit bemüht sich, durch verantwortungsvolle Medienarbeit den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen in der Informationsgesellschaft gerecht zu werden.

Ein Schlüsselbegriff ist der Erwerb von Medienkompetenz. Gemeint ist die Aneignung von Fähigkeiten zu Medien-Nutzung, Medien-Gestaltung und Medien-Kunde, wobei es nicht nur um die Vermittlung von technischen Fertigkeiten und Wissen über Medien geht, sondern vor allem um die Erziehung zu einem selbstbestimmten, sozial verantwortlichen und kritischen Umgang mit Medien.

Die Zugangsmöglichkeiten zu neuen Informationstechnologien sind u.a. geprägt von den Faktoren Alter, Geschlecht, Bildung, Wohnort, ökonomischer Status und Herkunft. Bereits seit Jahren warnen Medienforscherinnen vor einer zunehmenden digitalen Spaltung in Informationsbesitzende und –nichtbesitzende und vor dem Ausschluss verschiedener sozialer Gruppen aus der Informationsgesellschaft.

Ein Schwerpunkt von Medienpädagogik und Medienbildung liegt in der Förderung von Nutzungsmöglichkeiten für benachteiligte gesellschaftliche Gruppen, um Vorraussetzungen zu schaffen für die Teilhabe an Informationen und Wissen, für den Zugang zu online verfügbaren Dienstleistungen, und für die Partizipation an den neuen Kommunikationskulturen und Freizeitangeboten. Eine besondere Bedeutung liegt zudem in der Verbesserung beruflicher Perspektiven durch den Erwerb von Computer- und Internetkenntnissen.

Verschiedene Studien zu den Medieninteressen von Jugendlichen haben ergeben, dass die Computernutzung bei Mädchen deutlich geringer ausfällt als bei Jungen, und dass Mädchen weniger häufig einen häuslichen Zugang zu Computern und Internet besitzen.

Weiterhin beherrschen geschlechtsspezifische Zuschreibungen und Klischeevorstellungen den Umgang mit Technik und Technikkompetenz. Rollenstereotype, die Männer per se als technisch kompetent und Frauen als technisch inkompetent konstruieren, halten sich hartnäckig und üben einen hohen Einfluss auf die Identitätsentwicklung Jugendlicher aus. Dies gilt gerade auch für die Nutzung von Computern und Aneignung von Computerwissen.

Um das Geschlechterverhältnis in der Computernutzung anzugleichen, reicht es nicht aus, Mädchen und Frauen lediglich formal einen Zugang zu Computern zur Verfügung zu stellen. Auch genügt der schulische Computerunterricht nicht, um das Interesse von Mädchen an Informationstechnologien zu steigern. Die Bedeutung für den Freizeitbereich erwies sich als signifikant: Durch die intensive Nutzung von Computern im außerschulischen Bereich erhalten Jungen einen technologischen Wissensvorsprung, der ihnen in der Schule und im späteren Berufsleben gegenüber Mädchen viele Vorteile einbringt. Im Jahr 2000 erforderten 60% aller neu geschaffenen Arbeitsplätze Computerkenntnisse. Durch ungleiche Zugangsvoraussetzungen sinken die beruflichen Chancen für Mädchen und die geschlechtsspezifische Segmentierung des Arbeitsmarkts verstärkt sich.
Im Mädchenzentrum Szenenwechsel existiert ein breitgefächertes Angebot, um die Medienkompetenz von Mädchen schwerpunktmäßig zu fördern.