Berlinerinnen

Vorbilder im Kiez

Die Geschichte eines Traumes der Menschen

geschrieben von Phuong Anh Le (16)

Die Menschen wissen nicht, was sie glauben sollen. Vielleicht ist sie durch den Zufall des Aufeinandertreffens zweier Erbmaterialien enstanden oder wurde durch die Hand Gottes geschaffen. Die Rede ist von ihr; sie, die scheint zu schweben, zu fliegen und mit ihrem Lächeln die ganze Welt in ihren Bann zieht. Es ist weder ihre Schönheit, die alle fast empört staunen lässt, noch sind es ihre liebreizenden Bewegungen, welche die Luft mit jedem ihrer Schritte mit Wärme füllen. Nein, es ist ihre Ausstrahlung, dieses gewisse Etwas, was der Welt eine Vollkommenheit geben könnte, dieses Etwas, das die Menschen vom Traum in die Realität und von der Realität in den Traum ziehen will. Ihr weibliches Gemüt lässt die Umgebung durch ihren Stolz, ihr Selbstbewusstsein und ihre Lebensfreude erblassen. Ihr hinreißender Blick verzaubert selbst die Sonne, die nur für sie zu strahlen scheint. Ihre Lungen füllen sich mit Luft, die sogleich wieder mit ihrer lieblichen Stimme aus ihrem Körper entweichen möchte, um diesen einen Satz zu formen: “Danke, dass ich eine Frau bin.” Doch sie weiß, dass sie dies nicht durch Worte ausdrücken muss, alle wissen es. Sie weiß viel, auch Vieles, was sie nicht wissen dürfte, jedoch weiß sie es trotzdem und beschützt dieses Wissen mit ihrem geheimnisvollen Inneren. Auch ist sie eine Frau, die sich niemals unterkriegen lässt, eine, die niemals aufgibt, obwohl sie weiß wo ihre Grenzen sind. Denn sie strebt immer weiter danach, diese zu überschreiten und sich selbst immer wieder zu übertreffen. Trauer, Hass, Wut und Zorn, Verzweiflung und Untergebenheit kennt sie nicht, da sie durch und durch voller Freude, Mut, Liebe und Glückseligkeit ist. Für sie ist es ihr ganzes Glück, auf der Welt zu sein. Ihr Geist scheint unersättlich zu sein; alles, was sie bekommen kann, nimmt sie sich und alles, was sie geben kann, gibt sie auch. Es ist ihre Zufriedenheit mit Allem, welche die neidischen Blicke anderer versteinern lässt, denn sie weiß, dass sie glücklich sein kann, da sie alles, was ihr Schicksal ihr zeigt, zu schätzen weiß. Dies können gute oder schlechte, traurige oder fröhliche, alte oder neue Erfahrungen sein. Von Allem, was sie erlebt, bereut sie nichts, weil sie weiß, dass sie nur stärker und weiser werden kann aus jeden kleinsten Begebenheiten, die wie kleine Puzzleteile sind, welche sich am Ende zu ihrer eigenen Lebensgeschichte zusammenfügen. Sie strahlt wie die Sonne, tanzt mit den Wolken, lässt sich vom Wind tragen, atmet und lebt, lächelt und träumt, vergisst alles um ihr herum und trotzt mit ihrer scheinbaren Perfektion der gesamten Welt. Es klingt wie ein Märchen, doch es ist das Innere jeder Frau, das nur darauf wartet, losgebunden zu werden. Doch es ist nicht einfach dieses Ziel zu erlangen, deshalb muss man, nein, müssen wir auch daran denken, dass die Oberflächligkeit im Leben nur einen geringen Wert hat und das Innere jedes Menschen viel wichtiger ist. Denn nur so, kann auch wirklich jede Frau den richtigen Weg finden, ihr Glück zu erreichen und zur perfekten Frau zu werden.

Jasmins Traumfrau

Meine Traumfrau

Dasha ist 15 und ein wenig mollig,

hat braune, blonde und rote Haare.

Dasha hat nicht so viel Ahnung von der Welt,

denn sie ist eine Hartz4-Empfängerin und lebt bei ihrer Mutter zuhause.

Dasha und ihre Mutter haben viele Probleme,

denn ihre Mutter ist sehr krank geworden und Dasha versucht ihr zu helfen.

Dasha kümmert sich immer um Andere anstatt um sich selbst. Hilft immer anderen Menschen und ihre Mutter und kümmert sich um die Schule.

Dasha schafft später ihr Abi und kauft sich ein Haus mit ihrer Mutter,

da sie reich geworden ist. Sie hilft auch armen Leuten – so ist ist wieder alles in Ordnung.

Und am Ende gewinnt sie dafür den 50 Euro-Gutschein von New Yorker.

Die perfekte Frau ?!

Mein Wecker klingelte so laut, dass ich einen großen Schock bekam. Mühsam stand ich auf und lief in Richtung Badezimmer. Mein erster Blick fiel auf den Spiegel, den ich seit langem nicht mehr sauber gemacht hatte und man viele Fingerspuren drauf erkennen konnte.

Ich schaute mir sorgfältig  mein Gesicht an. Irgendetwas hatte sich doch verändert? Stimmt meine Haut war viel reiner geworden. Lag es an der neuen Creme, die ich seit neustem benutzte? Ich weiß es nicht. Irgendwie gefiel mir mein Gesicht heute mehr als sonst. Meine blauen Augen funkelten und irgendwie war mir das Lächeln ins Gesicht geschrieben. Das war ein schöner Start in den Tag.

Auf den Weg zur Arbeit fiel mir auf, dass viele  Personen mich anstarrten. Hatte ich etwas falsch gemacht? Waren meine Haare nicht gekämmt? Oder war meine Kleidung nicht angemessen genug? Nein das mag es wohl nicht gewesen sein, denn der Ausdruck wie sie mich anguckten  ,kam mir dennoch positiv vor.

Auf der Arbeit angekommen lief das gleiche Schema ab. Schon wieder starrten mich alle an.
Ich fragte meine Kollegin, ob alles mit mir in Ordnung wäre, doch die fing an zu lachen und meinte: ” Natürlich Lisa es ist alles in Ordnung “. Auf irgendeine Art und Weise verwirrte sie mich, doch ich ließ mich nicht runter kriegen.

Nach einem erschöpften Arbeitstag lief ich müde nach Hause. Das Treppensteigen machte mir das Leben nicht leichter, doch irgendwie  schaffte ich die vierzig  Treppen trotz meiner Erschöpfung.
Als ich mich an meinen Computer setze und mir die Nachrichten im Internet anschaute,  da mein Fernseher kaputt war, blieb mein Atem  fast stehen.

Das war nicht wirklich ich die auf der Website abgebildet war? Ich konnte meinen Augen kaum trauen. Da war ich wirklich auf der Startseite der Homepage und die Überschrift lautete die perfekte Frau.

Ich die perfekte frau ? Niemals!! Was ist die perfekte Frau?! Diese Frage habe ich mir schon sehr oft gestellt, doch noch nie bin ich richtig zu einem Ergebnis gekommen. Das ist deshalb so schwer, denn jeder Mensch hat seine Schattenseiten .Man kann nicht perfekt sein. Doch falls ich selber mal die Chance hätte die perfekte Frau zu entwickeln würde ich es so tun..

Zuerst würde ich ihr alle positiven Charaktereigenschaften geben. Eine Mischung aus Hilfsbereitschaft, Fleiß, Sinn für Humor, Tapferkeit, charmant, ordentlich, sozial, gastfreundlich, warmherzig, fantasievoll, kreativ, sauber, teamfähig und treu wären perfekt. Das sind die wichtigen inneren Werte die eigentlich einen Menschen ausmachen. Doch da man einen Menschen zuerst äußerlich sieht und man über seine inneren Werte erst später erfährt,  spielt das äußerliche Erscheinungsbild bei einem Menschen auch eine große Rolle.

Ich finde die perfekte Frau sollte einen gepflegten Eindruck machen. Ihren eigenen Style kreieren das ist ganz wichtig,

denn dann unterscheidet sie sich von den anderen und ist somit etwas Besonderes. Wobei man sagen sollte dass jeder Mensch besonders ist, denn jeder hat seine eigenen guten als auch negativen Seiten. Die perfekte Frau ist aber in allem was sie tut gut.  Ihre Art wie sie mit anderen umgeht, wie sie überzeugend vor anderen Leuten auftritt, wie sie ihre Sachen kombiniert und somit ein perfektes Outfit zaubert machen sie einfach einzigartig. Und wenn ich beide Sachen miteinander verbinden würde ..also einmal  die ganzen guten Charaktereigenschaften und das schöne äußerliche Erscheinungsbild,  somit wäre für mich die perfekte Frau gezaubert.  Aber auch das ist nur meine Sicht der perfekten frau, denn mit Sicherheit stellen sich viele andere die perfekte Frau auch anders vor. Das hat damit zu tun, dass jeder Mensch einen anderen Geschmack hat, jeder findet etwas auf einer anderen Art und Weise perfekt oder schön. Das ist meine Meinung der perfekten Frau.

Doch wie können Personen die mein Inneres nicht kennen mich als perfekt bezeichnen? Das ist völlig absurd. Sie denken nur weil ich gut aussehe,  bin ich gleich perfekt doch das stimmt nicht!!  Trotzdem gefiel es mir als perfekt bezeichnet zu werden. Aber war es nicht eigentlich eine Lüge, da sie mich ja kaum kennen?

Die ganze Sache war zu viel für mich. Ich legte mich auf mein bequemes grünes Sofa, welches ich von meiner Oma geerbt hatte. Einfach nur abschalten  und das vergessen, was ich gerade gelesen hatte. Doch plötzlich klingelte es an meiner Tür. Ich stand auf, um zu sehen wer mich besuchen gekommen ist. Als ich den Briefträger mit einem Paket in der Hand sah war ich irritiert doch ich dachte mir nichts dabei.

Nachdem ich die Tür geschlossen hatte, öffnete ich sofort dieses Paket. Es war ziemlich fest gebunden, sodass ich es mit großer Mühe öffnen musste. In dem Paket waren eine wunderschöne Krone und ein hübsches Kleid.  Verwundert nahm ich den Brief, der in dem Paket war und fing an ihn zu lesen.

“Liebe Frau Junker,
hiermit laden wir sie herzlich zu unserer Veranstaltung der perfekten Frau 2010 ein. Wir bitten sie am 14.2.2010 dort zu erscheinen mit dem Kleid, welches wir ihnen geschickt haben und selbstverständlich der dazugehörigen Krone. Bitte seien sie pünktlich um 16.00 Uhr vor dem Brandenburger Tor. Sie können ja schon mal eine Rede vorbereiten. Mit freundlichen Grüßen Heidi Klum.”

Das war nicht deren Ernst? ich kann sowas doch gar nicht vor einem Millionen Publikum  irgendeine Rede halten, dass ich angeblich die perfekte Frau sei. Das geht einfach nicht! Doch plötzlich hatte ich einen Gedankenblitz. Was wäre wenn ich das Kleid nicht anziehen würde und trotzdem eine Rede halten würde und zwar genau das was ich davon halte. Das wäre doch perfekt.

Nach einer anstrengenden Nacht, mit vielen verrückten Träumen machte ich mich fertig für diese Veranstaltung. Ich freute mich, denn endlich konnte ich meine Meinung über die perfekte Frau allen Leuten erzählen. Es war so weit. Ich stand vor dem Brandenburger Tor. Ich war von Paparazzi umgeben und jeder wollte ein Foto von mir. Ich lief im Gesicht rot an und wollte so schnell wie möglich meine Rede halten.

Endlich war ich auf der Bühne. Millionen begeisterte Zuschauer schauten mich an. Die Nervosität war mir ins Gesicht geschrieben. Selbst Heidi Klum war mit mir auf der Bühne. Sie war verwundert weshalb ich das Kleid nicht anhatte, doch ich antwortete ihr nicht und machte mich gleich an das Mikrofon:
“Hallo erst mal, wie ihr mit Sicherheit alle wisst bin ich Lisa Junker zur perfekten Frau 2010 gewählt worden. Doch ich lehne dies ab. Ich finde es unberechtigt mich als perfekte Frau zu bezeichnen. Ich bin genauso  wie alle anderen Frauen hier. Wir sind alle etwas besonderes und nur weil ich vielleicht gut aussehe heißt es immer noch nicht, dass die anderen Frauen hier weniger schön sind. Damit will ich sagen, dass jede von uns eine Krone verdient hat. Jede ist perfekt. Und genau deswegen möchte ich nicht als perfekte Frau bezeichnet werden. Danke.”

Ich  blickte auf die Menge die mich verwirrt anstarrte. Alle fingen an zu klatschen. Ich war so glücklich dieser Moment war einfach bezaubernd. Ich blickte zu Heide, die mir den Daumen nach oben zeigte  und strahlend zum Podest lief und sich das Mikrofon in die Hand drückte und anfing zu reden: “Das wollten wir von unserer perfekten Frau Deutschlands hören ist sie nicht einfach die Beste .
Applaus.” Was war das schon wieder? Ich hab doch grad deutlich gemacht dass ich nicht so bezeichnet werden möchte. Egal es hat keinen Sinn.  Ich glaube  da muss ich jetzt ein  ganzes Jahr dies  aushalten bis die perfekte Frau 2011 gekrönt wird. Denn dann ist sie im Vordergrund und ich bin dann vergessen.

Das war meine Geschichte. Ich hoffe sie hat euch gefallen.
Die 14 jährige Albina Selmani aus Berlin Neukölln .

Derya, 22 Jahre alt, studiert Publizistik und Kommunikationswissenschaften in Wien. Als kleines Mädchen besuchte sie selbst oft den Szenenwechsel. Hier hat sie vor allem getanzt und Medienprojekte gemacht, wie z.B. Netzstadtspiele.

Das Interesse für diesen Studiengang kam in der 11. Klasse. Da gab es in der Schule ein Berufsvorbereitungsseminar. Dabei wurden den Schüler Fragen gestellt, was sie sich für ihre Zukunft vorstellen könnten. Viele hatten schon konkrete Ideen, aber Derya wusste eigentlich gar nicht in welche Richtung sie gehen sollte. Die früheren Träume von Polizistin und Pathologin in der Autopsie, waren mittlerweile verflogen. Ein Freund brachte sie darauf, im Internet zum Thema Kommunikationswissenschaften zu recherchieren. Ziemlich schnell wurde ihr klar, dass es das ist, was sie machen will.

Aber es war noch ein langer Weg bis dahin. Während der Recherchen, hat sie sich entschieden in den Bereich Werbung gehen zu wollen. Aber glücklicherweise ermöglicht das Studium alle Bereiche.

Derya hat sich nach dem Abi, welches sie mit einem Notendurchschnitt von 2,8 absolvierte, zwei Jahre lang in Berlin und anderen deutschen Städten beworben. Aber sie bekam immer nur Absagen. Sie ärgert sich auch sehr, dass sie keinen besseren Notendurchschnitt hat, aber zu der Zeit, hatte sie vieles sehr locker gesehen und war auch nicht der entsprechende Lerntyp dafür. Sie wusste schon lange, dass der Studiengang in Wien ohne NC angeboten wird. NC heißt Numerus Klausus, der bestimmt sich durch die Anzahl der BewerberInnen. Das heißt, wenn sich zu viele Leute auf zu wenige Studienplätze bewerben, bekommen zuerst die, mit den besseren Noten einen Platz.

Besonders Kommunikationswissenschaft ist sehr beliebt und es gibt in Berlin nur sehr wenig staatliche Studienplätze. An der FU können 70 Leute jedes Jahr studieren und an der HTW sind es 40, aber bewerben tun sich jedes Jahr weit mehr als 2000 Menschen.

Es gibt zwar noch private Unis, die sind aber so teuer, dass sie eigentlich nur Leuten vorbehalten sind, die den nötigen finanziellen Backround, durch ihre Familien, haben. Und nun studiert sie, wie schon erwähnt, Publizistik und Kommunikationswissenschaften in Wien.

Derya ist gerade dritten Semester und hat noch insgesamt zwei Jahre vor sich, bevor sie ihren Bachelor hat. Sie will dann aber noch weitere zwei Jahre studieren, um ihren Master zu Machen. Sie hat erfahren, dass es mitunter sehr lange braucht, um in diesen Studiengang reinzukommen.

Nach dem Studium möchte sie sich nicht gleich festlegen, sondern möchte erst mal in vielen Bereichen reinschnuppern, sei es in einer Werbeagentur oder im Bereich Marketing.

Es ist nicht leicht, aber Derya macht es aus Spaß und Interesse.

Aber bis dahin, war es ein „harter“ Weg. Da sie zwei Jahre in Deutschland keinen Studienplatz bekam und das Interesse nach Wien zugehen immer mehr wuchs, musste sie sich dann auch mit ihren Eltern zusammen setzen, um mit ihnen zu reden. Anfangs waren ihre Eltern nicht sehr begeistert- sie hatten Angst um ihre Tochter. Besonders ihr Vater versuchte erst sie umzustimmen, aber verstand dann, dass es hier um ihr Leben geht und sie in Deutschland keine Chance hat.  Derya hat  ihnen gezeigt, wie wichtig das für sie ist. Sie hatte zwar sehr große Angst und es war auch eine schwere Entscheidung, aber es war ihr Berufswunsch und ihre Eltern gaben ihr daraufhin ihre volle Unterstützung, sie schenkten ihr sogar das Flugticket.

Sie selbst ist sehr glücklich in Wien. Sie sammelt viele neue und tolle Erfahrungen, ist selbstständig, unabhängig und lernt nette Leute kennen. Dieser große und wichtige Schritt, war das Beste, was sie machen konnte. Sie selbst überlegt, ob sie auch vielleicht an dem Uni-                   Projekt „Erasmus“ teilnimmt, der ihr die Möglichkeit bietet, ein halbes Jahr in der Türkei zu studieren, da sie dadurch noch weitere Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen könnte.

Ich kann mir schwer vorstellen, wegzuziehen, aus meiner Stadt, weg von meiner Familie und weg von meinen Freunden. Das auszuhalten scheint mir momentan unvorstellbar.

Aber wer weiß, wenn meine Zukunft davon abhängt?

Ich finde es sehr mutig für das was man will so einen Schritt zu machen und vielleicht ist es auch gut, weil man dann gezwungen ist selbstständig zu sein und sich völlig neu erfinden kann.

Der NC in Berlin wird immer krasser. Berlin ist Zuzugsort Nummer eins und durch das Abitur in 12 Jahren, kommen bald doppelte Abgänge an die Unis- da wird der Kampf noch härter. Sich jetzt schon nach Alternativen umzuschauen wäre also eigentlich nicht schlecht.

Mehlika Kanla, 15 Jahre

Gerade in Arbeit

Interview mit Laura, Tierpflegerin im Zoo, duchgeführt von Tracy- bald hier online

Interview mit Nora von Kiss FM

Wir waren ziemlich lange unterwegs den Radio Sender Kiss FM im Schloss in Steglitz zu finden.

Dort haben wir bei Nora getroffen- sie moderiert dort die Morning Show zusammen mit Basti, ihrem Kollegen. Die Morning Show ist in jedem Sender sozusagen Chef- Etage, hier moderieren die besten Moderatoren des Senders. Warum sich alle darum reißen, verstehen wir nicht so ganz. Nora muss jeden Tag um 4 Uhr morgens aufstehen, damit sie um 5 im Sender ist und noch ein wenig Zeit hat um im Internet zu surfen und sich die wichtigsten Informationen des Tages aus einschlägigen Tageszeitungen zu ziehen. Egal wie müde man noch ist oder vielleicht auch mal schlecht gelaunt, sobald um 6 Uhr das Mikro angeht muss eine supergelaunte Nora zur Stelle sein- denn das ist ihr Job, Menschen aus dem Bett zu kriegen, gute Laune zu versprühen und über wichtige aktuelle Themen zu sprechen und sie auseinanderzunehmen. Ein bisschen Quatsch machen Nora und Basti natürlich auch immer mal. Trotz der Müdigkeit hat sie immer in ihrer Arbeit Spaß . Es gibt viel zu tun und zu lachen

Nora war gleich ziemlich offen als sie uns begrüßt hat, das hat es uns leicht gemacht gleich drauf los zu fragen.

Gleich am Anfang unseres Rundgangs durchs Studio kam das Highlight des Tages- wir durften vor dem Kiss FM Schild ein Foto mit ihr machen. Wir standen dort auf der Stelle wo gestern noch Sido und Jason Derulo gestanden haben. Wie aufregend das war.

Wir sind mit ihr zuerst in das B Studio gegangen, dass wird aber ganz selten benutzt. Es ist auch ziemlich klein und hat keine Fenster- also ich will hier nicht den ganzen Tag arbeiten. Aber man braucht so ein Notfallstudio, falls die anderen mal ausfallen. Sie hat uns viele Funktionen und Knöpfe gezeigt. Es gibt tausender kurzer Sounds die von den Moderatoren beliebig eingespielt werden können, um die Sendung oder das gesagt zu unterstreichen.

Weiter ging’s dann ins B Studio- wo eigentlich alle Moderatoren ihre Sendung machen. Wir mussten ein wenig warten, denn She- Raw, die die Sendung von 10.00 bis 14.00 Uhr macht, war gerade in „On Air“- dieses Schild leuchtet über der Tür des Studios, damit niemand reinplatzt und die Sendung versaut. Dann durften wir dabei sein als She- raw live per formt hat. Es ist schon witzig zu sehen wie die Leute dabei aussehen, die man sonst ja nur durch ein Gerät hört.

Wer gerade live auf Sendung ist, muss vor allem darauf achten, wie lang ein Lied ist, dass er gerade einspielt. Verpasst man den Einstieg, redet man also zu spät oder zu früh klingt das sehr unprofessionell und nervt den Zuhörer. Außerdem gibt es zu jeder vollen Stunde Nachrichten, wenn man da ein Lied einspielt was z.B. bis 7.01 Uhr laufen würde, müsste es um 7.00 Uhr abgewürgt werden und dass kann richtig Ärger geben mit den Zuhörern, denn wenn man ein Lied hört, will man bitte schön auch das Ende hören oder etwa nicht?

Als Radiomoderatorin muss man sich also gut mit Musik auskennen, man muss wissen wie lang ein Intro läuft und exakt wie lang der Song insgesamt ist. Neue Songs müssen immer mit Interpret und Songtitel angesagt werden, man brauch also ein fundiertes Wissen über aktuelle Künstler un Musikszenen.

Was braucht man eigentlich dafür um Radiomoderatorin zu werden?

Nora sagte, dass man in der Schule in English und Deutsch gut sein müsste.

„Wenn du jetzt im Radio arbeiten möchtest dann solltest du jetzt mehr Zeitung lesen und English und Deutsch üben,“ hat sie mir gesagt.

Nora arbeitet schon Zeit ungefähr sieben Jahre bei Kiss FM

Und:Nora hat neun Monate lang nach den Abitur ein Praktikum bei dem Radiosender gemacht- da wurde sie noch nicht bezahlt. Also hat Nora nach dem Praktikum noch andere Arbeitsschichten gemacht.

Nora kann nicht für immer bei Kiss FM  bleiben weil das für junge Leute ist. Jetzt ist sie 26 Jahre alt- ein perfektes Alter für den Sender, aber mit 40 ist es dann auch mal vorbei sagt sie, sie kann dann nicht mehr authentisch Tipps für junge Leute geben- man sollte eben nur von dem sprechen, was man selbst noch erlebt. Wenn die Zeit gekommen ist sucht sie sich einen anderen Sender, denn eins ist für sie sicher: Radiomoderatorin ist ihr Traumberuf und wird es auch bleiben.

Ich frage sie noch, welchen Schulabschluss man für den Beruf braucht. „Rein theoretisch braucht man garkeinen“, sagt sie. „Aber eine gute Allgemeinbildung, denn man muss zu allem und jedem etwas sagen können“.  In dem  Job zählt das man gut reden kann nicht das man keinen Sprachfehler hat. So blöd das klingt- aber habt ihr schon mal einen Radiomoderator gehört der stottert?

Vor allem Deutsch und Englisch sollte man gut beherrschen, denn viele Interviews müssen mit den Stars auf Englisch geführt werden- wenn man das nicht kann, könnte man ja gar nicht verstehen was der andere erzählt.

Außerdem ist es wichtig, dass man gerne und viel sprechen kann, alles ist sehr spontan beim Radio. Die Sendungen werden von den Moderatoren zwar im Vorfeld vorbereitet, trotzdem ist viel live und da kann man eben nicht alles vorher sehen. Nora mag es genau deshalb beim Radio zu arbeiten, weil sie so gerne und viel redet. Außerdem genießt sie es viel mit Musik zu tun zu haben. Sie interviewt gerne Leute, am meisten natürlich die Stars die sie selber gut findet, dabei wird sie dann wieder zum Groupie- egal wie viel Arbeitsroutine sie schon hat.

Tracy, 13 Jahre

Unser Projekt

Berlinerinnen ist ein journalistisches Rechercheprojekt zu interessanten weiblichen Biographien und Lebensstilen aus dem Sozialraum der Teilnehmerinnen. Erfolgreiche Frauen, welche den gängigen Stereotypen und Klischees widersprechen.

Die Interviews und Geschichten, welche von den Teilnehmerinnen erarbeitet werden, erzählen das Leben. Sie handeln von Erfolgen, Misserfolgen, Migration und Integration, dem Kiez und seinen Bewohnern mit ihrem Einfluss auf die Biografien der Frauen. Die Frauen die befragt werden sind prägender Bestandteil der Lebenswelt der Projektteilnehmerinnen.

Sprache ist in Berlinerinnen das Medium der Aufzeichnung. Es geht darum über die Funktion von Sprache und Kommunikation nachzudenken und sie explorativ zu erkunden. Das Stichwort ist kreatives Schreiben und Schriftsprache in neuer Form zu entdecken. Fragen wie: Wie schreibt man einen Artikel? Was macht einen Text lesenswert? Welche Interviewtechniken gibt es? werden zusammen überdacht und recherchiert.

Finanziert über Zeitensprünge.